Vergelt's Gott

Vergelt's Gott

Der schönste und mächtigste Dank

Ich will Dir danken, Herr, mein Gott, aus ganzem Herzen, will Deinen Namen ehren immer und ewig. Ps 86,12

Diese Broschüre der Marianischen Priester- und Laienbewegung lädt ein, die Dankbarkeit als schönsten und mächtigsten Dank neu zu entdecken: das ehrwürdige „Vergelt's Gott“ und „Gott segne es“, die Übung der Dankbarkeit gegen Gott und die Menschen, den Gnadenstrom der Heiligen Messe, den Schlüssel zum Heiligsten Herzen Jesu, die Gnade des Augenblicks sowie das Beispiel dankbarer Heiliger wie des Kapuzinerbruders Felix von Cantalice.

Das Vergelt's Gott auf der Waage

Die folgende wahre Begebenheit ereignete sich im Jahre 1852 in dem damals noch österreichischen Städtchen Albendorf im Glatzer Land.

Eine arme Arbeitersfrau, deren Mann schon längere Zeit krank darniederlag, wollte vom Metzger ein Stück Fleisch für eine kräftige Suppe erbitten. Sie trug dem Metzgermeister ihr Anliegen vor. Der aber schüttelte den Kopf und meinte: „Solche Kunden hab' ich nicht gern. Ich will bares Geld sehen.“ „Umsonst will ich es auch gar nicht“, sagte das Mütterchen. „Ich geb dir ein Vergelt's Gott, das wiegt gut.“ Spöttisch meinte der Metzger: „Was wird dein Vergelt's Gott schon wiegen, das werden wir gleich sehen.“ Er nimmt ein Stück Papier, schreibt darauf das Wort Vergelt's Gott und legt es in die eine Waagschale. Doch siehe, er traut seinen Augen nicht. Mit einem Ruck zieht's diese Schale hinunter. Schnell schneidet er ein Stück Fleisch vom Nachbartisch ab und legt es in die andere Waagschale. Diese aber rührt sich nicht. Noch ein zweites Stück, ein drittes Stück legt er darauf, ja, das ganze Fleisch, das er auf dem Tisch liegen hat. Es gelingt ihm aber nicht, die Waagschale mit dem Vergelt's Gott hochzubringen. Diese bleibt nach unten gezogen; die andere mit dem vielen Fleisch bleibt oben. Der Metzger kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Er schüttelt den Kopf und sagt: „Das ist doch nicht zum Glauben, aber ich sehe es mit meinen eigenen Augen: Das Vergelt's Gott hat mehr Gewicht als all mein Fleisch.“

Er gab dem überraschten Weiblein ein ansehnlich Stück und hielt fürderhin gar viel auf ein Vergelt's Gott.

In meiner Kindheit hörte ich diese Geschichte oft und oft erzählen. Sie ist bezeugt durch die, die sie erlebt haben in Urgroßväter-Zeiten.1

Die ganze Welt ist ja vor Dir wie ein Stäubchen auf der Waage. Weish 11,20

1 P. Bonaventura Blattmann OFM, Vergelt's Gott, Imprimatur: Augsburg, 30.05.1938 vic. gen. Dr. Eberle.

Dankbarkeit bereichert unser Leben

Die Häufigkeit, mit der uns die Hl. Schrift zur Dankbarkeit und Danksagung aufruft, lässt keinen Zweifel über deren Wichtigkeit für unser geistliches Leben. Viele Psalmen quellen förmlich über von Dankesregungen und der hl. Paulus wird nicht müde, die Gemeinde zur Danksagung aufzurufen.

Dankbare Seelen umfängt Gott mit besonderer Vorzugsliebe und überschüttet sie förmlich mit Seinen Gunsterweisen, denn an jeden aufrichtigen Dank, den wir Gott, unserem größten Wohltäter entgegenbringen, knüpft Er sogleich eine neue Gnade, entsprechend unseren persönlichen Bedürfnissen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Begriffe Dank (Gratias) und Gnade (Gratia) aus dem gleichen lateinischen Wortstamm hervorgehen.

Der hl. Thomas v. Aquin erklärt die Verbindung zwischen Gnade und Dank folgendermaßen: Die gratia ist das sich mitteilende Wohlwollen Gottes, mit dem er einen Menschen sich wohlgefällig macht, und die gratiarum actio die von der Gnade im Menschen hervorgerufene Antwort auf diese unverdiente Gabe.

Erst, wenn Gnade zum Dank wird, hat sie ihr Ziel erreicht. Undank hingegen erweist sich als Ungnade. Wie schmerzlich sind wir berührt, wenn unser Bemühen, unseren Mitmenschen Gutes zu tun, auf Undank oder auf eine oberflächliche Selbstverständlichkeitshaltung stößt. Doch noch viel mehr wird Gott durch den schnöden Undank Seiner Geschöpfe verletzt. Schon im alten Testament heißt es im Buch der Weisheit: So sollte man erkennen, dass man, um Dir zu danken, der Sonne zuvorkommen und sich noch vor dem Aufgang des Lichtes an Dich wenden muss, denn die Hoffnung des Undankbaren schmilzt wie winterlicher Reif und verrinnt wie unnützes Wasser. (Weish 16,28-29)

Und wie traurig klingt die Frage unseres Heilandes nach der Heilung der zehn Aussätzigen: Ist denn keiner gekommen, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? (Lk 17,15-18)

Das deutsche Wort Danken kommt von „Denken“. Dankbar ist, wer an empfangene Wohltaten denkt, anstatt sie zu vergessen, und wer dieses nicht-vergessen auch in Wort und Tat zeigt.

Als Beschenkte stoßen wir dabei sehr oft an unsere Grenzen. Dass wir Gott niemals auch nur annähernd vergelten können, was Er uns in jedem Augenblick Gutes tut, ist uns wohl bewusst, doch ist es nicht auch so, dass in vielen Situationen unseres Lebens die Dankesbekundungen gegenüber unseren Wohltätern ebenfalls weit über dem Empfangenen zurückbleibt? Gerade in solchen Momenten ist es eine ungemein entlastende Wohltat, mit der volkstümlichen Dankesform des Vergelt's Gott den Vater im Himmel zu bitten, unseren Wohltätern zu vergelten, was wir von ihnen empfangen durften.2

Die Eltern mein empfehl ich Dir, behüte, lieber Gott, sie mir.
Vergilt, o Gott, weil ich nicht kann, das Gute, das sie mir getan!

2 Vgl. P. Dr. Bernward Deneke FSSP, Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus, Aug./Sept. 2025.

Der schönste und mächtigste Dank

Der heiligmäßige Franziskaner Pater Bonaventura Blattmann (1860-1942) schreibt in seiner Kleinschrift mit dem Titel Vergelt's Gott über den unermesslichen Wert der um Gotteswillen geübten Dankbarkeit. Ergreifend ist dabei der kindliche und liebevolle Dialog zwischen diesem mystisch begnadeten Ordensmann und unserem Herrn Jesus Christus.3

3 P. Bonaventura war von 1903-1912 Provinzial der Bayrischen Franziskaner. Nach einer schweren Krankheit widmete er sich bis zu seinem Tod der von ihm ins Leben gerufenen Ehrenwache des Unbefleckten Herzen Mariens, besonders auch durch die Verbreitung von Kleinschriften. 1932 gründete er die Erzbruderschaft zum Heiligsten Herzen Jesu und dem Unbefleckten Herzen Mariä.

Das Gesetz der Dankbarkeit

Jesus: Hast du, liebe Seele, schon über die Dankbarkeit nachgedacht?

Seele: Nein, liebster Jesus. Ich bitte Dich, belehre mich. Siehe, ich hungere und dürste nach den Worten Deiner Liebe.

Jesus: Wisse, gute Seele, dass das Gesetz der Dankbarkeit schon in die Natur des Menschen hineingelegt ist. Deshalb üben selbst viele Ungläubige und Heiden die Dankbarkeit. Ja, du hast schon die Erfahrung gemacht, dass sogar einzelne Tiere ihren Wohltätern dankbar und anhänglich sind. Hingegen gibt es Menschen, die mehr von ihren Leidenschaften als vom Gesetze der Natur sich leiten lassen.

Da ich aber der Gott der Güte und Barmherzigkeit bin und nicht will, dass jemand verloren gehe, habe ich sowohl im Alten als auch im Neuen Testament oft und mit klaren Worten den Menschen die Pflicht der Dankbarkeit in Erinnerung gebracht. Meine Liebe zu den Seelen ging aber noch weiter. Ich lehrte sie die Dankbarkeit gegen Gott und gegen die Menschen auch durch Mein Beispiel. Wiederholt heißt es von Mir: „Jesus erhob Seine Augen zum Himmel und dankte“.

Wisse aber, geliebte Seele, dass Ich auch im Heiligsten Sakrament der Liebe dem Himmlischen Vater danke für alle Liebe, Gnade und Barmherzigkeit, die Er den Seelen in ganz unverdienter Weise zuteil werden lässt. Im Heiligsten Sakrament bringe Ich dem Himmlischen Vater auch den sühne- und ersatzleistenden Dank dar für all jene Seelen, die nicht danken und die gar nicht verstehen wollen, dass sie Gott zum allerheiligsten Dank verpflichtet sind.

Bedenke ferner, teure Seele, dass Ich im Heiligsten Sakrament in gewisser Weise selbst den Seelen dankbar bin, die mit gutem Willen kommen, Mich zu besuchen, Mir ihre Liebe zu bezeugen, Mich zu trösten und Mir Sühne und Ersatz zu leisten für jene Seelen, die Meiner nicht gedenken.

Diesen guten Seelen erweise Ich Mich dankbar, indem Ich sie tröste, sie erleuchte, in ihnen die Liebe und Gnade vermehre, ihnen Kraft verleihe zum Kampf gegen die Versuchungen, sie mit heiliger Freude erfülle zur Ausübung ihres Berufes und ihnen im Kreuz und Leiden große Geduld und Kraft schenke, um sie verdienstvoll für die Ewigkeit ertragen zu können. Nun aber frage Ich dich, liebe Seele: Willst du Mir in der Dankbarkeit nachfolgen?

Seele: Gerne und voller Liebe will ich dieses tun. Doch bitte ich Dich, liebster Jesus, sage mir, wie ich die Dankbarkeit üben soll.

Nie kann o Herr, ich danken Dir genug.
Es soll Dir danken jeder Atemzug.
Es soll Dir danken jeder Herzensschlag,
bis zum letzten Schlag am letzten Tag.
Dann wird Dir danken jeglicher Gedanke
mit einem ewiglichen Danke, Danke, Danke!
Das Letzte Abendmahl

Das Letzte Abendmahl

Übung der Dankbarkeit gegen Gott

Jesus: Beherzige gar wohl, liebe Seele, dass dein ganzes Leben mit Wohltaten Gottes ausgefüllt ist. Es ist ja schon jeder Atemzug ein Geschenk Gottes. Noch größer und kostbarer aber sind die unzähligen übernatürlichen Gnaden, die dir täglich zukommen. Mit Recht fordert daher die heilige Kirche in der Präfation der Heiligen Messe die Gläubigen auf, Gott immer und überall Dank zu sagen.

Seele: Wie aber, liebster Jesus, soll ich sagen, wenn ich Gott danken will.

Jesus: Im Dank gegen Gott gibt es viele Abstufungen. Die einfachsten Ausdrücke des Dankes sind: Ich danke Dir, o Gott. Oder Gott sei Dank. Siehe, schon diese Worte des Dankes machen deine Seele nicht nur um vieles Gott wohlgefälliger, sondern deine Seele wird auch mit einer Reihe von Tugenden geschmückt. Mit der Tugend der Dankbarkeit übst du nämlich auch die Tugend des Glaubens, der Liebe, der Demut. Du wirst Mir daher mit jedem Akt des Dankes um vieles wohlgefälliger. Gehst du aber ein wenig weiter und sagst du beim Danken: Gott sei Lob, Preis und Dank dargebracht, so bringst du Gott mit den vorhin erwähnten Tugendakten auch die Lobpreisung dar. Dadurch aber wird deine Seele wieder um vieles mehr bereichert.

Unvergleichlich wertvoller wird dein Dank, wenn du beim Danken die Willenstätigkeit herrschen lässt. Du tust dieses, wenn du bei gegebenen Gelegenheiten sagst: Gott sei im Namen aller und für alle Seelen Lob, Preis und Dank dargebracht. Machst du es so, dann dankst nicht bloß du allein, sondern du bringst mir den Dank aller Seelen dar und leistest Mir zugleich Sühne und Ersatz für alle jene Seelen, die Mir nicht danken. Dadurch aber erlangst du in hohem Maß Gottes Liebe und Wohlgefallen und ziehst auf die Seelen Gottes Erbarmen herab.

Seele: Wie aber, liebster Jesus, muss ich es machen, wenn ich Dir, dem Vater und dem Heiligen Geist immer und überall danken will?

Jesus: Diese deine Frage erfreut Mein Herz und freudig sage Ich dir, dass die Willenstätigkeit das Mittel dazu ist. Erwecke zu diesem Zweck öfters folgenden Willensakt: Der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sei unendlichmal immer und überall im Namen und für alle Seelen Lob, Ehre, Preis und Dank für alles von Ewigkeit zu Ewigkeit dargebracht. Mit diesem Ewigkeitsakt des Dankes bringst du Mir den Dank im Namen und für alle Seelen nicht bloß einmal dar, sondern unendlichmal und dieser dein Dank wird fortdauern und fortwirken in Ewigkeit, weil Gott bei allem auf den Willen sieht.

Seele: O ewige Liebe, wie gut bist Du, dass Du mich so liebevoll über die Dankbarkeit gegen Gott belehrt hast.

O bitte, sage mir auch, wie ich den Menschen danken soll.

Übung der Dankbarkeit gegen Menschen

Jesus: Beachte wohl, gottliebende Seele, dass es in der Dankbarkeit gegen die Menschen ebenfalls viele Abstufungen gibt, ähnlich wie im Dank gegen Gott. Die Weltmenschen und alle jene, welche sich vom Weltgeist beherrschen lassen, üben die Dankbarkeit aus rein natürlichen Beweggründen, zum Beispiel weil es üblich ist, oder weil es sich gehört, dass man dankt. Siehe, ein solcher Dank zieht nur einen rein natürlichen Lohn nach sich. Ich belohne zwar in verschiedener Weise diesen Dank den Seelen, aber nur auf dieser Welt. Sagst du hingegen ich danke, aus Liebe zu Gott, oder weil es Gott will, dass du auch den Menschen gegenüber dankbar sein sollst, so übst du die Tugend der Dankbarkeit aus übernatürlichem Beweggrunde. Siehe, einen solchen Akt des Dankes belohne Ich mit übernatürlichen, ewigen Gütern. Du nimmst zu in der heiligmachenden Gnade und erwirbst dir Verdienste für den Himmel. Unvergleichlich wertvoller, Mir wohlgefälliger, wirksamer und segensreicher ist jedoch der Dank des „Vergelt's Gott“.

Vom Vergelt's Gott

Jesus: Merke dir gut, liebe Seele, was Ich dir jetzt sage. Dankst du mit einem Vergelt's Gott, so bittest du Mich, Ich solle der Seele das vergelten, was sie dir Gutes tat. Diese deine Bitte erhöre Ich sehr gerne und belohne die Seele, die dir Gutes tat, reichlich, je nach dem Maße ihrer Empfänglichkeit. Aber noch viel größeren Nutzen hast du selbst, wenn du mit „Vergelt's Gott“ dankst. Du erweist nämlich der Seele, die dir Gutes tat, durch das „Vergelt's Gott“ meist eine viel größere Wohltat, als sie dir erwies. Mit diesem Werk der Nächstenliebe erfreust du Mein Herz und Ich werde dich dafür überreich belohnen. Außer der Tugend der Dankbarkeit übst du die Tugend des Glaubens, des Gottvertrauens, der Gottes- und Nächstenliebe, der wahren Frömmigkeit, der Klugheit und der Demut. Daraus ersiehst du, dass deine Seele nach jedem aufrichtigen „Vergelt's Gott“ in einem viel herrlicherem Tugendschmuck glänzt. Du bekommst aber auch nach jedem wahren „Vergelt's Gott“ eine vielfache Vermehrung der heiligmachenden Gnade und alles, was du hernach tust, hat einen viel größeren geistigen Wert als vorher. Siehst du nun, liebe Seele, welch großen geistigen Nutzen das „Vergelt's Gott“ deiner Seele einträgt?

Nichts macht einen Menschen der göttlichen Geschenke so würdig, wie ständige Dankbarkeit Gott gegenüber für die empfangenen Gaben. Hl. Ignatius von Láconi

Gib, o Gott, dass allen die uns wohlgetan an Leib und Seele, das Brot des Himmels und der Erde niemals fehle.

Seele: O Du mein guter Jesus, wie so tief schmerzt es meine Seele, dass ich so vielfachen Schaden erlitten habe, weil ich mich so oft mit rein weltlichem Danke zufrieden gab. In Zukunft aber werde ich in allen Fällen stets nur „Vergelt's Gott“ sagen. O Jesus, bitte segne diesen meinen Vorsatz.

Vom Gott segne es

Jesus: Mit großer Liebe erfülle Ich deine Bitte. Doch, liebe Seele, bleibe nicht auf halbem Wege stehen, sondern gib auch stets auf das „Vergelt's Gott“ die passende Antwort. Diese lautet „Gott segne es“. Antwortest du der Seele, welche dir für etwas „Vergelt's Gott“ sagt, mit einem „Gott segne es“, so wird beiden Seelen der Segen Gottes in Fülle zuteil.

O, wenn doch die Menschen wüssten, wie sehr Mein Herz danach verlangt, den Seelen Gnaden, Segen und Wohltaten zu spenden, so würden sie diese Meine Liebe erwidern. Doch nur wenige haben danach Verlangen. Mit „Vergelt's Gott“ und „Gott segne es“ machen Mir zwei Seelen die Freude, Mich in Liebe für einander zu bitten. Mit diesen gegenseitigen Bitten üben beide Seelen ein geistiges Werk der Barmherzigkeit. Wahrlich mit Freuden willfahre Ich den Bitten beider Seelen und Ich setze weder der Vergeltung noch dem Segen eine Grenze, so dass sie in jeder Weise alle irdischen Belohnungen weit übertreffen. Aber noch viel kostbarer ist der Gewinn an Gnade und Tugend, den beide Seelen für sich selbst durch ihre Bitten erzielen.

Werterhöhung des Vergelt's Gott

Jesus: Da Ich, liebe Seele, dein Herz voll Verlangen sehe, Mir mit dem „Vergelt's Gott“ und mit dem „Gott segne es“ recht viel Freude zu bereiten, will Ich dich darauf aufmerksam machen, wie du die Wirkungen beider Bitten noch um vieles größer machen kannst.

Seele: O Jesus, gibt es denn noch etwas Größeres, als das, was Du mir über das „Vergelt's Gott“ gesagt hast?

Jesus: Gewiss, Mein Kind, das Mittel dazu ist dein freier Wille. In freier Wahl deines Willens kannst du einfach „Vergelt's Gott“ sagen. Du kannst aber auch sagen: „Tausendmal Vergelt's Gott“. Mit letzterem forderst du Mich auf, Ich soll die Gabe nicht bloß einfach, sondern tausendfach vergelten. Du machst Mir mit dieser vielfach vermehrten Bitte eine viel größere Freude als mit dem einfachen „Vergelt's Gott“. Es ist daher auch der Wert und die Wirksamkeit des tausendfältigen „Vergelt's Gott“ um vieles größer. So groß und Mir so wohlgefällig diese verstärkte Bitte ist, so liegt doch eine gewisse Einschränkung darin. Begnüge dich daher nicht damit, sondern setze dem „Vergelt's Gott“ das Wörtlein „ewiges“ voraus. Befolgst du diesen Rat, so machst du Mir nicht bloß Freude, sondern du ehrst Mich auch als wahrhaft allmächtigen, ewig gütigen und barmherzigen Gott. Du erweisest aber auch der Seele, welcher du mit einem „Ewigen Vergelt's Gott“ dankst, ein unvergleichlich größeres Werk der Barmherzigkeit, als wenn du mit einem „Tausendmal Vergelt's Gott“ dankst. Ganz das Gleiche gilt auch von „Gott segne es ewiglich“.

Du kannst aber das „Vergelt's Gott“ und das „Gott segne es“ noch um vieles kostbarer, wertvoller und verdienstlicher machen. Das Mittel dazu ist die große gute Meinung.

Erwecke daher für dein ganzes Leben den Willensakt, stets im Namen aller Seelen und für alle Seelen „Ewiges Vergelt's Gott“ und „Gott segne es ewiglich“ zu sagen. Mit diesem Akt bringst du Mir den Dank aller Menschen dar, auch derjenigen, die Mir nie danken. Damit aber dieser große Willensakt des allumfassenden Dankes in dir nicht erschlaffe, rate Ich dir, ihn öfters zu erneuern. Lasse aber auch keine Gelegenheit, Barmherzigkeit zu üben, vorüber gehen, damit dir oft ein „Ewiges Vergelt's Gott“ und „Gott segne es ewiglich“ zuteil wird. Wenn alle Seelen gegenseitig so handelten, so würde nicht nur die Liebe um vieles mehr in den Herzen zunehmen, sondern es würde sich auch der Segen Gottes um vieles mehr entfalten und zu einer immer größeren geistigen Wirksamkeit kommen.

Nachdem du, liebe Seele, über den hohen Wert des „Vergelt's Gott“ und „Gott segne es“ unterrichtet bist, trage Sorge, dass auch jene Seelen davon Kenntnis erhalten, die von diesen Gnadenquellen nichts wissen. Tust du das, so hast du Anteil an allen Wirkungen, die aus deiner Belehrung hervorgehen.4

Dankt dem Vater mit Freude.
Er hat euch fähig gemacht,
Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Kol 1,12

4 Vergelt's Gott, ebenso S. 26 und S. 27.

Der Gottesgruß

Jesus: Ähnlich wie beim Danken ist es auch beim Grüßen. Der gegenseitige Gruß „Guten Tag“ nützt den Seelen gar nichts. Hingegen bringt der aufrichtige gegenseitige Gruß „Grüß Gott“ den Grüßenden großen Nutzen, ja ewigen Gewinn. Ich erhöre die in diesem Gruß enthaltene Bitte gern und grüße die Seelen, indem Ich ihnen Meine Liebe und Gnade zuwende.

Aber noch unvergleichlich segensreicher ist der Gruß „Ave Maria“ oder „Gelobt sei Jesus Christus“.

Bedenke, liebe Seele, wenn schon ein „Vergelt's Gott“ oder „Gott segne es“ einer Seele, die im Stande der Gnade ist, solch großen geistigen Gewinn für die Ewigkeit einträgt, wie unvergleichlich größer ist dann der Lohn für die Werke des Gehorsams, der Liebe, der Barmherzigkeit, der Selbstverleugnung und der Empfang der heiligen Sakramente, sowie das geduldige Ertragen von Kreuz und Leiden, besonders wenn diese Werke im Namen und für alle Seelen Mir dargebracht werden.

O liebe Seele, sei daher eifrig und benütze jede Gelegenheit zum Guten und wisse, dass Ich immer bereit bin, dir zu helfen, dich geistig zu bereichern.

Seele: Ewig sei Dir, o guter Heiland, im Namen und für alle Seelen Lob, Ehre, Preis und Dank dargebracht für die überaus große Güte und Barmherzigkeit, mit der Du mich so liebevoll belehrt hast. Ich bin fest entschlossen, Deinen Willen treu zu befolgen. O bitte, schenke mir Deine Gnade dazu.

Wir loben und preisen Dich und sagen Dir Dank, o Heiligste Dreifaltigkeit, für all Deine Liebe, Gnade und Barmherzigkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Grüßt jeden Heiligen in Christus Jesus. Phil 4,21

Vergesst die Gute Meinung nicht

Die deutsche Mystikerin Mechthild Thaller-Schönwerth (1868-1919) schreibt: Heute war der verstorbene Pater Policarp bei mir. Er sagte mir als Dank für die Befreiung aus dem Fegefeuer: „Faste, bete, gib Almosen, übe Selbstverleugnung und Gehorsam und Du wirst selig werden.

Erwecke bei allem, was Du tust, die Gute Meinung, es im Namen Jesu und mit Jesu Leiden zu verrichten und Du wirst heilig und vollkommen.

Wenn ich nur noch eine Stunde ins Leben zurück könnte, ich würde nichts anderes tun, als über den unermesslichen Wert der ‚Guten Meinung' sprechen.

Wenn ich alles gewusst hätte wie jetzt, würde ich immer nur gepredigt haben: „Vergesst die Gute Meinung nicht!

Durch die ständige Gute Meinung lernt man vollkommen Gehorsam, vollkommene Reue und kommt zu einer so brennenden Liebe, dass man an gar nichts anderes mehr denken kann als an Gott.

Durch die ständige Gute Meinung wirst Du heilig werden.

Ich sage Dir das als Dank für Dein Gebet!“5

Himmlischer Vater, ich opfere Dir alles, was immer ich tun, opfern und leiden werde, vereint mit den Verdiensten Jesu und Mariens auf, im Namen aller Seelen und für alle Seelen der ganzen dreifachen Kirche, mit dem Willen, dadurch zu wirken und fortwirken zu wollen in Ewigkeit. Amen.

Prof. Albert Drexel

5 Die Vertraute der Engel, Leben der Mystikerin Mechthild Thaller-Schönwerth, Jestetten 1992.

Eine Leuchte für unser Gewissen

Nach dem hl. Ignatius von Loyola ist die Dankbarkeit ein unerlässliches Mittel für eine gute und fruchtbringende Gewissenserforschung. Wo die Räume der Seele mit täglich geübter Dankbarkeit durchleuchtet werden, können die zersetzenden Regungen der Verstimmtheit und Unzufriedenheit, die letztlich aus der Eigenliebe hervorgehen, nicht die Übermacht in unserer Seele gewinnen.

Mit der Leuchte der Dankbarkeit können diese „Freudenräuber“ aufgespürt werden und mit den entsprechenden Gegenmitteln behandelt werden. Denn es ist kaum möglich, unzufrieden und gleichzeitig auch dankbar zu sein. Von daher gesehen, ist die Übung der täglich vollzogenen dankenden Zustimmung zu den Zumutungen Gottes, Übung und Erweis aller Tugenden.

Die Mutter der Dankbarkeit ist die Demut, die ihr gleichsam das Leben schenkt, so wie der Hochmut den Undank hervorbringt. Die Schwestern der Dankbarkeit sind die Freude und die Zufriedenheit, die fröhlich mit ihr durchs Leben gehen und von vielen weiteren Tugenden begleitet werden.6

Gewöhne dich daran, dein Herz viele male während des Tages in Dankbarkeit zu Gott zu erheben.

Weil man dich verachtet hat, weil du das Notwendige hast, oder weil du es nicht hast, weil Er Seine Mutter, die auch deine Mutter ist, so schön gemacht hat, weil Er die Sonne geschaffen und den Mond, die Pflanzen und die Tiere, weil Er jenen Menschen so beredt geschaffen hat und dich so schwerfällig im Wort... Sage Ihm Dank für alles, weil alles gut ist. Hl. Josemaría Escrivá

6 Vgl. Geist und Leben, Zeitschrift für Aszese und Mystik, Würzburg 1956, Heft 4, S. 286 f.

Ein kräftiges Heilmittel

Gerade weil Gott sich so sehr über die Dankbarkeit Seiner Geschöpfe freut, sollte uns diese so anziehende Tugend, mit der wir auch unsere Mitmenschen bereichern, ein Herzensanliegen sein. Es gibt aber auch kaum eine Medizin, welche die Seele in ähnlicher Weise erfrischt, heilt, kräftigt und für die Gnade Gottes empfänglich macht.

Ebenso entschärft sie jede Form von negativen Einflüssen, indem sie uns disponiert, Böses mit Gutem zu vergelten und all jenen, die uns nicht wohlgesonnen sind, zu verzeihen.7

Die Gnade, in jedem Lebensmoment dankbar zu sein, egal ob dieser Moment Züge der Freude oder des Schmerzes trägt, ist eine Frucht gläubigen Vertrauens, dass denen die Gott lieben, alles zum Besten gereicht. (Röm 8,28) Dankbarkeit ist das Geheimnis eines freudigen und zufriedenen Menschen, wie dies die folgende Geschichte zum Ausdruck bringt:

In einer lebhaften Gruppe von Italienern wurde eine junge Frau plötzlich vom Anblick eines kleinen alten Priesters, dessen Antlitz eine ungewöhnlich tiefe Freude ausstrahlte, so sehr berührt, dass sie auf ihn zuging und ihn fragte:

„Bitte verzeihen Sie, wenn ich so direkt frage, aber warum sind Sie so voller Freude? Haben Sie einen besonderen Anlass?“ – „O nein, es ist eher mein kleines Geheimnis. Aber ich werde es Ihnen verraten“, meinte er lächelnd. „Ich bin 95 Jahre alt. Als ich fünf Jahre alt war, stellte ich betrübt fest, dass die Leute sich ständig aus dem geringsten Anlass beklagten, und das schockierte mich. Ich fühlte auch, dass Jesus darüber traurig war. Also habe ich einen Vertrag mit Ihm abgeschlossen und versprach Ihm, dass ich mich während der nächsten 100 Jahre meines Lebens niemals beklagen würde; dass ich Ihn im Gegenteil für alles preisen würde, für die guten wie für die schlechten Tage, und dass ich immer das Geschenk des Lebens ehren würde. Und ich muss sagen, ich habe mein Versprechen gehalten. Während all dieser Jahre, in denen ich das Leben gerühmt habe, hat mir das Böse nichts anhaben können, und ich bin so allen Dämonen aus dem Weg gegangen!“

Dieser fast 100-jährige Priester bewies mit seinem Leben, dass die Dankbarkeit aus ihm einen frohen Menschen gemacht hat. Die dankbare Freude möchte sich mitteilen, sie bewirkt gute Taten. Wenn ich schon so viel bekommen habe, dann möchte ich das gerne mit anderen teilen. Deshalb sind dankbare Menschen beliebt. Sie bringen Zufriedenheit und eine gewisse heitere Gelassenheit mit, selbst wenn auch sie so manches zu tragen haben. Man ist einfach gerne mit ihnen zusammen, was das Glück auf beiden Seiten vermehrt.

Wer nicht dankbar ist, beklagt sich schnell und kritisiert, was die Unzufriedenheit nur noch steigert und das Übel vergrößert. Wenn unser Herz aber mit Dank erfüllt ist, dann gibt es dort keinen Platz für Eifersucht, Neid, Rache, Missgunst, Zorn, Geiz, Niedergeschlagenheit oder gar Verzweiflung. Deshalb ist die Dankbarkeit das beste Heilmittel, wenn wir diese Untugenden, unter denen wir oft leiden, in uns erfahren. Ja, man kann wirklich sagen: die Dankbarkeit ist ein Schlüssel zum Glück.8

Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört. 1 Thess 5,18

7 Vgl. Geist und Leben.

8 Vgl. Triumph des Herzens, Dankbarkeit der Schlüssel zum Glück, Nr. 122.

Kommt her zu Mir, alle, die ihr mit Mühseligkeit beladen seid. Ich will euch erquicken. Rufet Mich an, Ich will euch erhören, suchet, so werdet ihr finden, bittet, so werdet ihr erhalten, klopfet an, so wird euch aufgetan werden. Bildinschrift „Jesus als Arzt und Apotheker“
Christus als Apotheker

Christus als Apotheker

Der Gnadenstrom der Heiligen Messe

Jesus: Präge dir, liebe Seele, tief ein, dass die Heilige Messe dasselbe Opfer ist, wie das Opfer, das Ich am Kreuze Meinem Himmlischen Vater für die Erlösung der Welt dargebracht habe. Wie das Kreuzesopfer, so ist auch das Messopfer ein Opfer von unendlichem Werte, weil Ich, gleicher Gott, wie der Vater und der Heilige Geist, Mich in jeder Messe dem Himmlischen Vater aufopfere.

Die Darbringung und Anhörung der Heiligen Messe ist daher von allen guten Werken von größtem Werte. Wie die Sonne heller leuchtet und der Erde mehr nützt als alle Sterne mitsammen, so ist die Darbringung und Anhörung der Heiligen Messe mehr wert, als alle guten Werke aller Menschen zusammengenommen. Alle guten Werke sind nur menschliche Werke. In der Heiligen Messe aber opferst du Meinen Leib und Mein Blut, ja Mich, den eingeborenen Sohn Gottes, selbst auf. Wohne daher, liebe Seele, der Messe bei, so oft es dir möglich ist.

Die Heilige Messe ist das erhabenste Anbetungs- und Lobopfer. Gott ist die ewige, unendliche Majestät, der Inbegriff aller Vollkommenheiten, der Herr des Himmels und der Erde. Ihm gebührt unendliche Huldigung, Lob und Preis. Aber kein Geschöpf, nicht einmal Maria, Meine liebste Mutter, kann aus sich selbst Gott so anbeten, loben und preisen, wie Er es verdient. Nur Ich, der Sohn Gottes, kann die Gottheit würdig ehren, loben und preisen und bei jeder Messe bringe Ich Gott unendliche Anbetung, Lob und Preis dar, so wie sie Ihm gebührt.

Durch das Opfer der Heiligen Messe kannst auch du, liebe Seele, der göttlichen Majestät unendliche Huldigung, Anbetung, Lob und Preis darbringen, so oft du ihr in rechter Meinung beiwohnst. O freue dich und bringe Gott eifrig das Anbetungs- und Lobopfer der Heiligen Messe dar. Die Heilige Messe ist das vollkommenste Dankopfer.

Für die unzähligen Gnaden und Wohltaten, deren Gott dich unaufhörlich teilhaftig macht, kannst du nicht so danken, wie es Gott gebührt. Was du aus eigener Kraft nicht kannst, das habe Ich möglich gemacht. In jeder Heiligen Messe bringe Ich Mich in höchster Dankesgesinnung Meinem Himmlischen Vater als vollkommenes Dankopfer dar. Mit Mir und durch Mich kannst auch du, liebe Seele, bei jeder Heiligen Messe, der du in Dankesgesinnung beiwohnst, in vollkommener Weise Gott danken.

Durch Mich und Mein Eucharistisches Opfer bist du so reich geworden, dass du dem Himmlischen Vater eine unaussprechliche hohe Gegengabe weihen kannst zum Dank für alle Seine Wohltaten. Die Dankbarkeit ist aber auch eine herrliche Tugend. Deshalb solltest du Gott nicht bloß bei der Heiligen Messe, sondern immer und überall danken.

Die Heilige Messe ist das völlig ausreichende Sühne- und Genugtuungsopfer. Die Sünde ist eine unendliche Beleidigung Gottes. Kein Mensch ist imstande, für eine einzige Sünde vollwertige Sühne und Genugtuung zu leisten. Deshalb habe Ich Mich der Menschheit erbarmt und Mich am Stamme des Kreuzes dem Himmlischen Vater als Sühne und Genugtuung dargebracht. Dieses Sühne- und Genugtuungsopfer setze Ich fort in der Heiligen Messe. […]

Jesus, Herr voll Güte, wahrer Pelikan, wasch mit Deinem Blute, was ich fehlgetan.
Dieses Blut's ein Tröpflein ist zum Heil genug, tilget, was an Frevel je die Erde trug. Hl. Thomas von Aquin

Als Genugtuungsopfer bewirkt das Heilige Messopfer die Nachlassung der Sündenstrafen, die du nach Verzeihung deiner Sünden auf Erden oder im Fegefeuer abbüßen müsstest.

Dieser Nachlass der Sündenstrafen ist umso vollkommener, je mehr du von Anhänglichkeit an Sünden frei bist. Das Genugtuungsopfer der Heiligen Messe kannst du auch den Armen Seelen zuwenden, ja du kannst ihnen gar keinen besseren Dienst erweisen, als wenn du für sie der Heiligen Messe beiwohnst, oder sie für dieselben lesen lässt.

Die Stunde der Heiligen Messe ist wahrhaft eine goldene Stunde, weil durch sie dein ganzes Tagewerk in Gold von ewigem Werte verwandelt wird.

Gott, der dein Verlangen sieht, lässt auch auf dich und dein Tagewerk die Wirkung der Heiligen Messe ausströmen.

Die Heilige Messe erwirkt dir, liebe Seele, auch viele zeitliche Wohltaten. Segen für deinen Beruf, Trost, Mut, Hilfe in deinen Nöten. Da du aber nicht weißt, was dir zum Heile dient, so füge deinen zeitlichen Bitten stets die Bedingung bei: „Wenn es Gottes Wille ist“, „Wenn es zum Heile dient“. Auf jeden Fall ist gewiss, dass du in allen Anliegen am sichersten Erhörung findest, wenn du bei der Heiligen Messe deine Bitten mit Meiner Fürbitte vereinigst, denn durch Mein Opfer werden sie sicherer, eher und vollkommen erfüllt.

Durch die Anhörung der Heiligen Messe nimmst du in der Liebe und Gnade Gottes zu, und deshalb hat alles, was du tagsüber tust, einen unvergleichlich größeren Wert, als wenn du der Heiligen Messe nicht beigewohnt hättest. Ist es dir aber tatsächlich unmöglich, der Heiligen Messe beizuwohnen, so nimm wenigstens dem Wunsch und Verlangen nach an ihr teil. Ja ich rate dir, die Meinung zu machen, täglich an allen Heiligen Messen teilnehmen zu wollen.9

O Jesus, durch Deinen Tod und Dein heiliges Blut bekehre die Sünder, rette die Sterbenden, erlöse die Armen Seelen aus dem Fegefeuer, heilige die Priester, Ordensleute und Familien.

9 P. Bonaventura Blattmann OFM, Gnadenströme, Imprimatur: August Vindel, 04.05.1934 vic. Gen. Dr. Eberle.

Der Schlüssel zum Heiligsten Herzen Jesu

In der Fronleichnamsoktav im Juni 1675 zeigte Jesus der hl. Margareta Maria Alacoque Sein Göttliches Herz und sprach zu ihr:

Siehe, hier das Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat, dass es Sich nicht schonte, sondern Sich völlig hingab und verzehrte, um ihnen Seine Liebe zu beweisen. Zum Lohn ernte Ich von den meisten nur Undank, durch die Kälte und Missachtung, die sie Mir in diesem Sakrament der Liebe zufügen. Doch am schmerzlichsten ist es Mir, dass auch Seelen, die Mir geweiht sind, so gegen Mich handeln. Deshalb verlange Ich von dir, dass am ersten Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderes Fest zur Verehrung Meines Heiligsten Herzens eingesetzt werde. Man soll an diesem Tag die Heilige Kommunion empfangen und Mir durch feierliche Abbitte Ehrenersatz leisten, um die Verunehrungen zu sühnen, die dem Allerheiligsten Altarsakrament […] zugefügt werden.

Indem wir Jesus im Sakramente Seiner Liebe immer wieder besuchen und Ihm danken für alles, was Er für uns getan hat, trösten wir Sein Heiligstes Herz und leisten Ihm Sühne für die Undankbarkeit und Gleichgültigkeit so vieler Seelen. Auf diese Weise empfangen wir unzählige Gnaden für uns selbst und für alle, die Gott unserem Gebet anvertraut hat. Denn die Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Schatzkammer des Heiligsten Herzens Jesu.

Aber auch wenn wir nicht immer die Gelegenheit haben, Jesus im Geheimnis Seiner Liebe zu besuchen und sakramental zu empfangen, so haben wir doch stets die Möglichkeit, Ihn mittels unseres sehnsüchtigen Verlangens in allen Tabernakeln der Welt zu grüßen, anzubeten und mit liebender Dankbarkeit auf geistige Weise zu empfangen.

Die hl. Theresia vom Kinde Jesu gab ihrer leiblichen Schwester Céline den Ratschlag: Das, was die meisten Gnaden von Gott anzieht, ist die Dankbarkeit. Wenn wir Ihm für eine Wohltat danken, ist Er gerührt und beeilt Sich, uns zehn weitere zu erweisen.

Wenn wir Ihm dann wieder mit derselben Aufrichtigkeit danken, welch unberechenbare Vermehrung der Gnaden!

Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht: Versuche es, und du wirst sehen. Meine Dankbarkeit ist grenzenlos für alles, was Er mir gibt, und ich beweise sie Ihm auf tausend Arten.

Je bescheidener und demütiger eine Seele ist, umso dankbarer, aber auch umso stärker wird sie im Glauben, dass auch Leiden ein Geschenk Gottes sind.

Ehre, Liebe und Dank, sei dem Heiligsten Herzen Jesu!

Ablassgebet

Ich danke Dir, o mein Gott! Für alle Gnaden, die Du mir gewährt hast, ganz besonders dafür, dass Du mich durch die Feuerprobe des Leidens hindurchgehen ließest. Mit Freude werde ich Dich am jüngsten Tag betrachten, wenn Du das Zepter des Kreuzes tragen wirst. Da Du Dich gewürdigt hast, mir dieses so kostbare Kreuz als Anteil zu geben, hoffe ich, im Himmel Dir ähnlich zu sein und an meinem verklärten Leib die geheiligten Wundmale Deines Leidens erglänzen zu sehen. Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Himmlischer Vater, durch das Unbefleckte Herz Mariens opfern wir Dir im Namen aller Seelen und für alle Seelen dem Willen nach unendliche Male und unaufhörlich das Allerheiligste Herz Jesu auf, mit all Seiner Liebe und mit all Seinen Leiden, mit Seinem Kostbaren Blut, mit all Seinen Verdiensten und mit Seinem ganzen eucharistischen Leben und Wirken, als Sühne und Genugtuung für alle unsere Sünden und zur Verherrlichung all Deiner heiligen Absichten.

P. Bonaventura Blattmann

Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was Er mir Gutes getan hat? Den Kelch des Heiles will ich ergreifen. Ps 115,12-13

Wenn ich ihn ergreife, den vom Blute meines Herrn geröteten Kelch, und in freudiger Danksagung mein Blut vermische mit dem des heiligen Opferlammes, wird es Seiner Unendlichkeit teilhaft und kann dem Vater eine überaus hohe Ehre verschaffen. Dann ist mein Leiden eine Kunde, die die Ehre des Vaters trägt.

Hl. Elisabeth von der Dreifaltigkeit

Hl. Margareta Maria Alacoque

Hl. Margareta Maria Alacoque

Mariä Heimsuchung – Maria bei Elisabeth

Mariä Heimsuchung – Maria bei Elisabeth

Danken mit der Gottesmutter

Täglich singt und betet die ganze Kirche vereint mit der Gottesmutter den großen Lobpreis des Magnificat, um den Dreifaltigen Gott zu verherrlichen und Ihm zu danken im Namen der ganzen Menschheit. Je mehr wir dabei Maria in uns Gott loben und danken lassen, umso mehr schenkt sie uns Anteil an ihren herrlichen Gnaden und Verdiensten. Diese sind so groß und erhaben, dass die begnadete Äbtissin Sr. Maria von Agreda schreibt: Sie allein, die Schatzkammer des höchsten Königs und das Heiligtum des „großen Geheimnisses“, brachte in ihrem eigenen Namen und im Namen des ganzen Menschengeschlechtes Ihm weit mehr Verehrung und Dank dar, als alle Engel und Menschen zusammen.10

Hochpreiset meine Seele den Herrn, und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heiland.
Denn Er hat in Gnaden herabgeschaut auf die Niedrigkeit Seiner Magd.
Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter.
Denn Großes hat an mir getan der Allmächtige, und Sein Name ist heilig.
Seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht über allen, die Ihm in Ehrfurcht dienen.
Er vollbringt mit Seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt Er mit Seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt Sich Seines Knechtes Israel an und denkt an Sein Erbarmen,
das Er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Lk 1,46-55

10 Maria von Agreda, Leben der jungfräulichen Gottesmutter Maria, Jestetten 1982, Bd. II, S. 144.

Die Gnade des Augenblicks

Jesus: Hast du, liebe Seele, schon die Wichtigkeit eines Augenblickes bedacht?

Seele: Nein, mein guter Jesus. O bitte, belehre mich darüber!

Jesus: So höre Mich und beherzige, was Ich dir mitteile. Jeden Augenblick stehen für dich, liebe Seele, sowohl die Gnade als auch die Prüfung bereit. Beide stehen sozusagen stets vor deiner Tür. Dieses aber ist gewiss, dass Ich stets mit Meiner Liebe und Gnade voraus gehe, bevor Ich ein Leiden oder eine Prüfung über dich kommen lasse. Es kommt dir das freilich nicht so vor, denn du siehst statt der Gnade nur die Leiden. Der Grund dafür ist der, dass die Gnade tief innerlich der Seele mitgeteilt wird, die Leiden und Prüfungen hingegen treten meist äußerlich an die Seele heran. Da sei dir im besonderen gesagt, dass Ich nicht selten Menschen als meine Werkzeuge benütze, um dir die für dich bestimmten Leiden und Prüfungen zuzufügen. Oder ich lasse auch menschliche Schwächen und Krankheiten zu, unter denen du seufzest, weil du nicht wissen und nicht verstehen willst, dass alle diese Leiden nicht nur große Gnadengeschenke Gottes sind, sondern, dass unter all diesen Leiden und Prüfungen auch die kostbarsten Gnaden verborgen sind. Ich habe dir, liebe Seele, ein gar großes Gut verliehen, und das ist die Erkenntnis. Wenn du diese benützest, kannst du alle Leiden und Prüfungen in rechtmäßiger Weise verwerten und auch in all dem mitwirken, was du für recht erkennst. Durch die Erkenntnis und durch die im rechtmäßigen Sinn ertragenen Leiden werden diese zu Gnaden, und durch die allzeit benützte Gnade wirst du zur innigen Vereinigung mit Meinem heiligsten Willen geführt. Ein jeder Augenblick kann einen Gedanken oder einen Willensakt, einen Entschluss, eine Selbsthinopferung, oder eine Lostrennung von Mir in sich schließen. Ja, es streiten und kämpfen oft zwei Mächte in der Seele, und ein Augenblick ist es, wo die Seele sich entweder zum Guten oder zum Bösen entscheidet. In einem Augenblick ist ein Leben von dreißig, fünfzig oder achtzig Jahren abgeschlossen für diese Zeit. Ein Augenblick ist es, in dem von Mir selbst das Urteil über die Seele gefällt wird. Und wieder ein Augenblick ist es, in dem der Seele mitgeteilt wird, ob sie ewig glücklich im Himmel oder ewig unglücklich und verdammt in der Hölle sein wird.

Das ganze Leben ist aus lauter Augenblicken zusammengesetzt. Niemand kann die Augenblicke alle zählen, die ihm während seines ganzen Lebens gegeben waren. Gott aber kennt sie alle. Ihm musst du auch einst über den Gebrauch eines jeden Augenblickes Rechenschaft ablegen. Glücklich und selig aber alle jene Seelen, welche sowohl mit der Gnade mitgewirkt, als auch die Leiden und Prüfungen so ertragen haben, dass alle für sie zu ewigen Verdiensten wurden.

Der Tod, das Tor zum Leben

Benützung der Augenblicke

Nun sage Ich aber, betet ohne Unterlass. (1 Thess 5,17) Das Gebet ist eben ein Hauptmittel, wodurch du alle Augenblicke in rechtmäßiger Weise benützen kannst. Denn, wenn du allezeit betest, das heißt und will sagen, wenn du bei allem eine Gute Meinung hast und dich mit Mir vereinigst, wird dir alles, sei es, was du auch nur immer tust, arbeitest oder leidest, zum Verdienst gereichen. Ein anderes gar wichtiges Mittel sind für die Seelen die Stoßgebetlein. Denn siehe, liebe Seele, betest du Stoßgebetlein in den Augenblicken der Gnade, so wird dadurch der Gnadenzufluss desto größer werden. Betest du aber Stoßgebetlein, wenn du in Leiden und Prüfungen bist, dann werden durch die Stoßgebetlein alle Leiden und Prüfungen zu großen Gnadenquellen. Gleichwie ohne Unterlass der Herz- und Pulsschlag vor sich geht, so sollst du auch ohne Unterlass das innerliche Gebet pflegen.

In der Zeit aber, wo du von gar vielen Arbeiten abgehalten bist, sollst du wenigstens den Willen wirken lassen. Da nämlich jeder Augenblick im Leben des Menschen so kostbar ist, dass keiner davon verloren gehen oder unbenützt bleiben soll, so sollst du ganz besonders zur Zeit der Arbeit den Willen tätig sein lassen, und zwar nicht nur für die Gegenwart des heutigen Tages, sondern du sollst mit dem Willen auch voraus wirken wollen. O, diese geistige Tätigkeit des Willens, sowohl für sich selbst, als auch für alle Seelen, wodurch du alle Augenblicke aller Menschen heiligen und nach Meinem Willen Mir darbringen und aufopfern willst und dieses dem Willen nach auch tust. Das ist ein so großes geistiges Arbeitsfeld, aus dem unendliche geistige Früchte hervorsprießen und gar Großes in der Zeit für die ganze Ewigkeit gewirkt wird. Wenn Ich sagte: Ich habe Feuer auf die Erde gebracht, und was will Ich anderes, als dass es brenne. (Lk 12,49)

Siehe, so will Ich von den Seelen, dass sie alle in Liebe zu Mir entzündet, ihr Leben in Meinen Dienst stellen und alle Augenblicke zu Gnaden machen und sich heiligen sollen. Das tun aber die allerwenigsten Seelen. Es unterlassen dieses aber auch sogar viele von jenen Seelen, die sich Meine Diener und Dienerinnen nennen. Wie überall, so kannst du auch in diesem Punkt sühne- und ersatzleistend eintreten. Es geschieht also dadurch, dass du alles im Namen aller Seelen und für alle Seelen tust und tun willst. Du sollst das in so weitgehender Weise tun, dass du nicht nur großzügig, sondern geradezu hochherzig bist. Siehe, nur ein Augenblick ist nötig, um einen Akt der Liebe zu erwecken, um dich da und dort zu überwinden, um der Einladung der Gnade und Liebe Gottes Folge zu leisten oder der verdorbenen Natur nachzugeben. All das kannst du aus verschiedenen Beweggründen tun.

Zum Beispiel, damit Ich dich ewiglich dafür belohne, oder um Mir deine Liebe in der Tat zu beweisen, oder damit Ich dich an Meinem ewigen Wirken Anteil nehmen lasse, oder im Namen und für alle Seelen, oder um für die Absichten und Interessen Gottes tätig zu sein. Je erhabener und weitherziger deine Beweggründe sind, umso mehr handelst du hochherzig.11

11 P. Bonaventura Blattmann OFM, Leitsterne zum Himmel, Imprimatur: Augustae Vindel, 06.06.1934 vic. gen. Dr. Eberle.

Die große Dankeslitanei

Wahrlich es ist würdig und gerecht, billig und heilsam, dass wir Dir immer und überall Dank sagen, Heiliger Herr, Allmächtiger Vater, Ewiger Gott. Beginn der Präfation

Herr, erbarme Dich unser! – Herr, erbarme Dich unser!

Christus, erbarme Dich unser! – Herr, erbarme Dich unser! – Christus, höre uns! – Christus, erhöre uns!

Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!
Gott Heiliger Geist, erbarme Dich unser!
Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser!

Heilige Maria, Mutter Gottes, singe im Chor der Danksagung vor!

  • Für das Licht, das Leben und die ganze Schöpfung, danken wir Dir, o Gott!12
  • Für die Krippe, das Kreuz und den Ostermorgen, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Taube mit den sieben Flammen vom Himmelsfeuer, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Kunde vom Geheimnis Deiner Heiligsten Dreifaltigkeit, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Königin des Himmels, Deines Sohnes und unserer Mutter, danken wir Dir, o Gott!
  • Für das reinigende Wasser der Taufe auf unserem Haupte, danken wir Dir, o Gott!
  • Für den, der uns Deiner Kirche zuführte, danken wir Dir, o Gott!
  • Für Vater und Mutter, Verwandte und Freunde, danken wir Dir, o Gott!
  • Für das Vaterland, die Regierung und die Muttersprache, danken wir Dir, o Gott!
  • Für das tägliche Brot, unser Heim und unsere Tagesarbeit, danken wir Dir, o Gott!
  • Für den Trost, das Glück und den Schutz in Gefahren, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Werke der Buße, die Du uns zu üben gabst, danken wir Dir, o Gott!
  • Für den bitteren, aber stärkenden Becher der Leiden, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Firmungsgnade, als Zeichen der Kämpfer des Heiligen Geistes, danken wir Dir, o Gott!
  • Für das Opfer von Christi Leib und Blut, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die tägliche Nahrung mit dem Himmelsbrote, danken wir Dir, o Gott!
  • Für Jesus, der unter uns am Altare weilt, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Stärkung im Richtstuhl der Buße, danken wir Dir, o Gott!
  • Für das Öl zur Linderung und Erlösung der Kranken, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Macht des Priesters, Dich anzurufen, danken wir Dir, o Gott!
  • Für des Ehebundes Hoheit, Ehre und Würde, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Kirche, die uns alle erhebt und sammelt, danken wir Dir, o Gott!
  • Für Petrus mit den Schlüsseln des Himmelreiches in Händen, danken wir Dir, o Gott!
  • Für Dein königliches Hirten- und Priestertum, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die blühenden Ordenszweige am Baume der heiligen Kirche, danken wir Dir, o Gott!
  • Für den vollständigsten Beweis des Glaubens, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Hoffnung, Dich von Angesicht zu Angesicht zu schauen, danken wir Dir, o Gott!
  • Für das Glück, Deinen Namen und Deine Ehre lieben zu können, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Hilfe der Engel im Streite auf Erden, danken wir Dir, o Gott!
  • Für den Mut, den wir aus dem Wirken der Heiligen schöpfen, danken wir Dir, o Gott!
  • Für alle Heiligen, die an Deinem Throne Fürbitte üben, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die unbefleckte Reinheit der Jungfrau Maria, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Hl. Schrift und die Lehre der Kirche, danken wir Dir, o Gott!
  • Für all Deines Reiches herrlichen Siege, danken wir Dir, o Gott!
  • Für alle strahlenden Feste der Kirche, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Erhörung unseres Gebetes für die Toten, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass Du uns eine mit Vernunft begabte, unsterbliche Seele gegeben, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass Du unseren Willen mit Freiheit geadelt, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass Du uns den guten Willen gegeben, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass Du uns selbst fürs Geringste den ewigen Lohn versprachst, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die liebevolle Vorsehung, die uns durchs Leben führt, danken wir Dir, o Gott!
  • Für das Licht, das in dunklen Nächten uns leuchtete, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Hand, die uns festhielt, als der Boden unter unseren Füßen wankte, danken wir Dir, o Gott!
  • Für das mitleidende Herz Jesu Christi, danken wir Dir, o Gott!
  • Für die Gnaden, die Du anstatt der Strafen gabst, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass wir eines Tages von den Toten auferstehen, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass Christus auf den Wolken des Himmels kommen wird, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass Er die Guten gerecht richten wird, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass Er die Stolzen in die Knie zwingen wird, danken wir Dir, o Gott!
  • Dafür, dass wir am Abend des Jüngsten Gerichtes jubelnd in den Himmel einziehen dürfen, danken wir Dir, o Gott!

12 Wird nach jeder Anrufung gebetet.

O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, (dreimal)
Verschone uns, o Herr.
Erhöre uns, o Herr.
Erbarme Dich unser, o Herr.

Lasset uns beten.

O Gott, der Du gesagt hast: „Saget Dank für alle Dinge“. Wir bitten Dich demütig, verleihe uns die Gnade, unseren Dank hier auf Erden so zu beginnen, dass wir ihn im Himmel vollenden können. Darum bitten wir durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.13

13 Große Dankeslitanei von Jakob Olrik, Konvertit und katholischer Priester in Dänemark, Imprimatur: Hafniae, 7.4.1923, † Josef Brems, O. Praem. Episc. Roskildensis Vicarius Apostolicus Daniae.

Bruder Deogratias

Das franziskanische Ideal der dankbaren Einfalt des Herzens zeigt sich uns in ganz besonderer Weise im Leben des heiligen Kapuzinerbruders Felix von Cantalice (1515-1587). Schon als Kind betete Felix, der nie Lesen und Schreiben lernte, vor selbstgebastelten Kreuzen, während er die Schafe und Ziegen seines Vaters hütete. Als er später als Knecht in fremde Dienste trat, scheuten eines Tages zwei Ochsen beim Pflügen und rannten mit dem Pflug über ihn hinweg. Felix, der wie durch ein Wunder unverletzt blieb, spürte in diesem Ereignis deutlich den Anruf Gottes und trat in das nächste Kapuzinerkloster ein. In der Nachfolge Jesu wurde dem demütigen Analphabeten das Kreuz so sehr zum Lehrbuch, dass er sagte: Wer dieses Buch nicht versteht, weiß nicht, was Bücher sind. Die Betrachtung der Leiden Christi, all des Guten, das der Herr für ihn getan hat, war ihm immerwährende Quelle und tiefstes Geheimnis seiner Dankbarkeit und Freude. Gerne erklärte er: Ich studiere sechs Buchstaben: fünf rote und einen weißen. Die roten sind die Wundmale des Heilands, der weiße ist Maria, die er kindlich liebte.14

Sein freundliches Deo gratias – Gott sei's gedankt! für alles, was immer er als Almosenbettler seines Klosters auf seinen Sammelgängen durch Rom erhielt, brachte ihm im Volksmund den Namen Bruder Deogratias ein.

Auch wenn er überzeugt war, dass alle Dinge es vermögen, uns zu Gott zu erheben, wenn wir sie mit einem demütigen Auge betrachten, ging er, um innerlich bei Gott zu bleiben, mit gesenktem Blick und den Rosenkranz betend durch die Straßen Roms, klopfte unverdrossen an die Türen der Paläste ebenso wie der armen Behausungen, immer fröhlich und mit allem zufrieden, was man ihm gab. Auch auf Spott und wüste Beschimpfungen antwortete er lächelnd mit einem aufrichtigen Gott sei's gedankt – Deo gratias! In allem, nicht nur in den Almosen der Leute, sondern gerade in den Demütigungen sah Br. Felix eine Gabe aus Gottes Hand, die ihm und anderen zur Heiligung diente. Der Kapuziner hatte ein hinreißend kindliches und offenes Gemüt. Neben den Armen und Kranken, von denen er viele heilte, waren deshalb die Kinder der Stadt seine besonderen Lieblinge. Er scharte sie gerne um sich und ließ sie das Deo gratias! wiederholen, gleichsam um sich von ihnen helfen zu lassen, Gott immerwährend dankzusagen. Eine besondere Freundschaft und Seelenverwandtschaft verband ihn mit dem hl. Philipp Neri, dem Apostel Roms und Gründer der Oratorianer.

Kehrte Br. Felix mit den gesammelten „Schätzen“ dann müde ins Kloster zurück, begnügte er sich mit einigen Brotkrusten und ein wenig Wein. Nachts, wenn die Mitbrüder schliefen, ging er allein in die Klosterkirche und legte dort die Anliegen seiner Wohltäter und das ganze römische Volk in innigem Gebet vor Gott hin. Mit ausgespannten Armen vor dem Allerheiligsten betend, verbrachte er Stunde um Stunde oft unter Tränen im Fürbittgebet, in tiefer Betrachtung.

Im Laufe der 40 Jahre, in denen Br. Felix treu und mit beispielloser Demut sein Amt versah, lernten ihn die Römer kennen und lieben, bis er für sie aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken war.

In seinen letzten sieben Lebensjahren quälten ihn häufig heftige Koliken, doch sagte er über diese Leiden: Das sind Rosen, es sind Blumen. Am Tag vor seinem Sterben geriet Br. Felix plötzlich mit einem staunenden Oh! in Verzückung und sagte: Unsere Liebe Frau ist da in Begleitung von Engeln. Nachdem er tags darauf, es war der Pfingstmontag, der 18. Mai 1587, die Sterbesakramente empfangen hatte, rief der Kapuziner dreimal, wobei er immer lauter wurde: Deo gratias!, und schloss ruhig, als wolle er schlafen, die Augen.15

Überall, an jedem Ort, zu jeder Stunde und zu jeder Zeit, wollen wir Ihn preisen und Ihm Dank erweisen, dem erhabensten und höchsten ewigen Gott, der Dreifaltigkeit und Einheit, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, dem Schöpfer von allem und Retter derer, die an Ihn glauben und auf Ihn hoffen und Ihn lieben. Hl. Franziskus von Assisi

14 Bruder Lupus, der Felix einst den genialen Rat gegeben hatte, auf seinen Bettelgängen oft das Deo gratias zu wiederholen, beobachtete eines Nachts wie Bruder Felix sich vor dem Hochaltar niederwarf und die Gottesmutter flehentlich bat: Leih mir doch ein wenig dein Göttliches Kind. Plötzlich wurde das Marienbild auf dem Altar lebendig, die Gottesmutter beugte sich zu ihm herab und legte Felix ihren kleinen Sohn in die Arme, welchen dieser mit seliger Liebe und unter Tränen an sich drückte.

15 Hauptquelle: P. Edilbert Lindner OFM Cap, Die Heiligen des Kapuzinerordens, Verlag der Bayrischen Kapuziner, Altötting.

Tretet mit Dank durch Seine Tore ein! Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe Seines Tempels! Dankt Ihm, preist Seinen Namen! Ps 100,4
Der hl. Felix von Cantalice mit Almosensack und Rosenkranz

Der hl. Felix von Cantalice mit Almosensack und Rosenkranz